USA

Die USA sind heute vor Brasilien der größte Bioethanolproduzent und -Verbraucher der Welt. Schon Henry Ford (1863–1947), der große Pionier individueller Mobilität, war von Bioethanol fasziniert. Er hielt es für den Kraftstoff der Zukunft, der zugleich der nordamerikanischen Landwirtschaft neue Wachstumsimpulse geben könne. Das legendäre Ford T-Modell, auch Tin Lizzy genannt, mit dem er die Serienproduktion von Autos revolutionierte, basierte auf der Annahme, dass Bioethanol der Kraftstoff für dieses „Volksauto“ sei.

Seit einigen Jahren werden Biotreibstoffe auch in den USA als Beitrag zur Reduktion der Luftverschmutzung und im Kampf gegen den Klimawandel erkannt. Daher gab der US-Kongress der US Environmental Protection Agency (EPA) den Auftrag, gemeinsam mit dem US-Energieministerium und dem Landwirtschaftsministerium ein Förderprogramm auszuarbeiten.

Der im Mai 2009 beschlossene Renewable Fuel Standard 2 (RFS 2) sieht bereits für das Jahr 2009 eine Substitutionsverpflichtung von 11,1 Mrd. Gallonen bzw. 10,21 Volumsprozent durch Biotreibstoffe vor. Bis 2022 soll die Substitutionsverpflichtung auf 36,0 Mrd. Gallonen ansteigen.

Auch in den USA wird Bioethanol im Rahmen der auf der Ebene der Bundesstaaten geregelten Beimischung zu Benzin bzw. als Kraftstoff SuperEthanol verwendet. Eine Beimischung von 10 % Ethanol zu Benzin ist in allen Bundesstaaten erlaubt und wird oftmals auch nicht gesondert ausgezeichnet. Seit Oktober 2010 wird auch ein Produkt mit einem Beimischungssatz von 15% Bioethanol (E15) angeboten.

Für den Einsatz von SuperEthanol E85 wird in den USA weiter am Aufbau einer entsprechenden Tankstelleninfrastruktur gearbeitet. Das dichteste SuperEthanol E85-Zapfsäulennetz befindet sich im Moment in den Staaten des sogenannten Getreidegürtels.

Weiterführende Informationen zur Bioethanolproduktion

Broschüre Bioethanol