Regulartorische Rahmenbedingungen
des Biotreibstoffeinsatzes

Rahmenbedingungen in der EU

Am 26. März 2009 wurde die endgültige Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen und zur Änderung und anschließenden Aufhebung der Richtlinien 2001/77/EG und 2003/30/EG beschlossen.

Die EU-Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen enthält folgende Zielwerte bis zum Jahr 2020:

  • 20 % weniger Treibhausgasemissionen,
  • 20 %-Anteil erneuerbarer Energie, wobei 10 % der Kraft stoff eaus erneuerbaren Quellen stammen müssen.

Daneben wurden Nachhaltigkeitskriterien für Biotreibstoffe festgelegt: Gemäß der Richtlinie muss die Treibhausgasemissionseinsparung durch Biokraftstoffe über deren Lebenszyklus berechnet mindestens 35 % betragen. Ab dem 1. Jänner 2017 müssen Einsparungen von 50 % und bei Anlagen, die ihre Produktion nach diesem Stichtag aufnehmen, Einsparungen von mindestens 60 % erzielt werden. Weiters werden Flächen mit großer Bio-Diversität, wie Naturschutzgebiete und Ur- oder Regenwälder, von der Rohstoffproduktion für Biotreibstoffe ausgeschlossen. Darüber hinaus muss die lückenlose Verfogbarkeit der Herkunft der Rohstoffe gegeben sein, was in Österreich durch die Überprüfung der Einhaltung der Cross Compliance Kriterien sichergestellt wird.   

Gesetzliche Rahmenbedingungen in Österreich

Die EU-Biokraftstoffrichtlinie wurde in Österreich durch eine Substitutionsverpflichtung im Rahmen der Novelle der Kraftstoffverordnung im November 2004 in nationales Recht umgesetzt, wobei die österreichischen Ziele ambitionierter gesteckt wurden als von der Europäischen Union vorge schrieben.

Substitutionsziele gemäß EU-Biokraftstoffrichtlinie 2003/30/EG bzw. Richtlinie 2009/28/EG und österreichischer Kraftstoffverordnung 2004:

Zieljahr      EU     Österreich
20052,0%2,5%
2007 4,3%
2008 5,75%
20105,75% 
202010% 

In Österreich müssen bereits seit 1. Oktober 2008 5,75 % des Gesamtenergieinhalts aller in Verkehr gebrachten Kraftstoffe durch biogene Treibstoffe substituiert werden. Zur Erreichung des vorgeschriebenen Substitutionszieles können sowohl Biokraftstoffe, wie reiner Biodiesel und der umweltfreundliche Kraftstoff SuperEthanol E85, der aus bis zu 85 % Bioethanol und dem Rest Benzin besteht, als auch den Kraftstoffsorten Diesel und Benzin beigemischte Mengen biogener Treibstoffe herangezogen werden.

Die Erreichung des Substitutionszieles wird mit einem steuerlichen Anreiz unterstützt: Der biogene Anteil der Treibstoffe wurde von der Mineralölsteuer befreit.

Weiterführende Informationen zur Bioethanolproduktion

Broschüre Bioethanol